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Zeitarbeit/Arbeitnehmerüberlassung

Unter Zeitarbeit versteht man ein Arbeitsverhältnis, bei dem Beschäftigte bei einem Zeitarbeitsunternehmen fest angestellt sind und zum Arbeitseinsatz für einen bestimmten Zeitraum an Kundenbetriebe überlassen werden. Zeitarbeit ist also ein festes, entweder befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis mit wechselnden Einsatzstellen. Dazu gehört, dass die Beschäftigten auch dann Anspruch auf Vergütung haben, wenn gerade keine Arbeitsmöglichkeit für sie besteht. Dieses besondere Beschäftigungs- und Vergütungsrisiko darf das Zeitarbeitsunternehmen nicht vertraglich ausschließen.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

Zeitarbeitsunternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, ihren Beschäftigten die gleichen wesentlichen Arbeitsbedingungen zu gewähren, die auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des Entleiherbetriebes zustehen. Dazu gehören neben der gleichen Vergütung z.B. auch die gleiche Arbeitszeit, Urlaubsansprüche, Zulagen und Sonderzahlungen.

Ein Tarifvertrag kann abweichende Regelungen zulassen, soweit er nicht die in einer Rechtsverordnung festgesetzten Mindeststundenentgelte für die Arbeitnehmerüberlassung unterschreitet. Spätestens nach 15 Monaten ist allerdingsdie gleiche Vergütung zu zahlen wie für vergleichbare Beschäftigte des Entleiherbetriebes.

Abweichende tarifliche Regelungen gelten nicht für Leiharbeiter, die in den letzten 6 Monaten zuvor aus einem Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber desselben Konzerns ausgeschieden sind.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Zeitarbeit können Branchenzuschläge gelten, die von den Sozialpartnern ausgehandelt wurden. Beispiele sind die Metall- und Elektroindustrie, die Chemischen Industrie, die Kautschuk verarbeitende Industrie und der Schienenverkehrsbereich.

Einzelne Leiharbeitsbeschäftigte dürfen nicht länger als 18 aufeinander folgende Monate an denselben Entleihbetrieb überlassen werden. Ein Tarifvertrag kann abweichende Regelungen zulassen.

Arbeitgeber müssen den Beschäftigten darüber Auskunft geben, welcher Tarifvertrag für sie gilt. Sie sind zudem verpflichtet, die maßgeblichen Tarifverträge an geeigneter Stelle im Betrieb auszulegen.

Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Webseiten:

Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung

Mit der Gesetzesänderung zum 01.05.2011 kann eine Lohnuntergrenze gemäß § 3a Arbeitnehmerüberlassungsgesetz per Rechtsverordnung erlassen werden. Die dritte Verordnung über eine Lohnuntergrenzen in der Arbeitnehmerüberlassung vom 26. Mai 2017 verpflichtet Verleiher ihren Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern ein Mindeststundenentgelt ab dem 01. Juni 2017 zu zahlen.

Zeitarbeit und Arbeitnehmer-Entsendegesetz

Nach § 8 Abs. 3 des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes müssen Zeitarbeitsunternehmen ihren Mitarbeitern die Arbeitsbedingungen und Entgelte eines für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrags gewähren, wenn  sie Tätigkeiten ausführen, die in den Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags fallen.

Die Arbeitnehmerüberlassung in das Bauhauptgewerbe hinein ist gemäß § 1 b Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) nicht zulässig.

Zeitarbeit in Nordrhein-Westfalen

Hotline für Zeitarbeitbeschäftigte

Link-Tipp: Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Internetauftritt des Bundesministeriums der Finanzen

Link-Tipp: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Informationen zum Thema Arbeitsrecht